Es gibt Tage an denen man am Besten im Bett liegen bleibt


(Bitte von Rechtschreib- und Flüchtigkeitsfehlern absehen … bin jetzt einfach zu müde um mir das Ganze nochmal durchzulesen)

Wow! Heute wurde ich wirklich einer harten Prüfung unterzogen!
Nachdem dem alle organisatorischen Probleme gut gemeistert wurden, kam ich heute mit dem ‚Problemlösen‘ einfach nicht hinter her.

Meine Serie des ‚Pechvogel of the year‘ begann bereits um 5:45 Uhr, als ich eine halbe Stunde, bevor ich auf die Pro-Fähre zum Start bin, in meinen Wechselbeutel (Swim->Bike) geschaut habe. Eigentlich wollte ich nur noch meine Radbrille hinein packen und da viel mir auf, dass mein Helm nicht mehr drinnen war. Ich dachte mir nur: ‚Hier klaut doch keiner einen Helm! Erst recht nicht aus einem Beutel eines Pro’s‘. Ich begab mich auf die Suche nach einer zuständigen Person und versuchte etwas aufgebracht die Situation zu klären bzw. erstmal zu verstehen. Dann erhielt ich den Tipp, dass es sein könnte, dass ein Wettkampfrichter den Helm aus dem Beutel genommen hat. Mit Zeitdruck ging es auf den Weg zu den Referees. Dort erhielt ich die Information, dass mein Helm aus dem Beutel entfernt wurde, weil er kein amerikanisches Prüfsiegel (sprich: ein einfacher Aufkleber mit einer bestimmten Aufschrift!) besitzt. Mir wurde klar und deutlich gesagt, dass ich mit diesem Helm nicht starten dürfe und das 20 Minuten vor dem Start bzw. der Abfahrt.
Durch den örtlichen Sprecher konnte glücklicherweise noch ein einfacher Helm von einem Helfer aufgetrieben werden, mit dem ich dann starten durfte.

Das Schwimmen verlief für mich sehr gut. Es ist schon ein befreiteres Schwimmen ohne Neoprenanzug. Das Wasser im Hudson River war wohl temperiert, aber die Qualität war mehr als schlecht. Nach einem zügigen Schwimmen verließ ich die braune schlecht schmeckende Brühe und begab mich mit meinem ’neuen‘ Helm auf die Radstrecke. Dort konnte ich langsam nach vorne arbeiten. Bei Kilometer 4o – 5 km vor der Wendemarke (auf Platz 17 liegend) geschah es dann: Hinterreifen platt! Kein Problem dachte ich mir und rollte an einer freien Fläche auf die rechte Seite um mich auf den Reifenwechsel vorzubereiten. Mit dem Griff hinten unter dem Sattel viel mir dann auf, dass nichts mehr von meinem Wechselzeugs übrig geblieben ist. Alles, bis auf ein Rest vom Iso-Tape, war verschwunden.

Völlig überrascht stand ich dann erstmal dort am Streckenrand und sah den an mir vorbeifahrenden Athleten zu. Nachdem ich mich gesammelt hatte beschloss ich das Rennen zu beenden. Ich sah keine andere Möglichkeit mehr das Renne zu beenden. Um nicht in der Pampa zu versauern, setzte ich mich wieder auf meinen platten Bock und rollte in Richtung ‚Heimat‘. Auf einmal kam mir ein Moped mit Ersatzlaufräder entgegen den ich wild gestikulierend anhalten konnte um mir ein Hinterrad zu borgen. Der Material-Supporter reagiert auch gleich und ich erklärte ihm mein Problem. Plötzlich zog der gute Herr mein verlorenes Wechsel-Package aus dem Rucksack. Er hatte es in einem Teilstück mit schlechtem Straßenbelag auf der Straße liegen sehen und mitgenommen. Glücklich und zufrieden wechselten wir den Reifen und ich machte mich wieder auf den Weg zurück Richtung Wendepunkt um über die Zeitmessmatte zu fahren.  Das Alles ging bis kurz nach der Wende gut, bis meine Defekt-Serie eine Fortsetzung fand.

Bei einem kleinen Anstieg sprang zum wiederholten Mal meine Kette vom kleinen Ritzel zwischen Rahmen und Kettenblatt und verkeilte sich darin. Ich stieg wieder vom Rad und versuchte die Kette zu lösen. Dies gelang mir nach größerer Anstrengung und ich konnte weiterfahren. Ein paar Kilometer später das Gleiche wieder, nur dass es mir nicht mehr gelang die Kette zu lösen.
–> Mittlerweile konnte ich die Situation nicht mehr einordnen und konnte nur noch darüber schmunzeln <–
Auf einmal kam wieder der Material-Boy mit seinem Rollerchen angefahren und ich lotste ihn wieder zu mir. Er half mir wieder sehr engagiert, doch auch er konnte mir erstmal nicht helfen. Dann kam ihm die Idee meine Kurbel abzuschrauben um die Kette zu ‚befreien‘. Gesagt getan! Nach gefühlten 1000 Stopps und mindestens so vielen verschwendeten Minuten sprang ich wieder auf mein Rad um ‚wenigstens zu finishen‘. Nach jeder zweiten Umdrehung meiner Kurbel sprang auf einmal meine Kette hin und her. Ich hielt wieder an und justierte die Schaltung – jedoch ohne Erfolg! Diese Vorgang (Absteigen, am Rädchen drehen, weiterfahren) wiederholte ich ca. 10 Mal, bis ich resignierte und einfach in diesem Zustand so gut es ging weiterfuhr. Nach ca. 40 Kilometern Stop and Go, Ach und Krach erreichte ich endlich den Wendepunkt, an dem Support-Team stand. Ich hielt dort an um die Situation zu klären und um noch ein letztes Mal nach meiner Schaltung zu sehen. Dort fiel uns dann auf, dass die Kette völlig hinüber war. Einige Kettenglieder hatten sich so sehr verbogen, dass ein weiterfahren unmöglich und das ‚Springen der Kette‘ ganz natürlich war.
In Absprache und längerem ‚Hin und Her‘ beschlossen wir gemeinsam KEINE neue Kette zu besorgen, um ’nur noch zu finishen‘. Der Tag war einfach gelaufen und das Pech hatte eben mich heute verfolgt!

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei meinen Unterstützern bedanken. Auch ein großer Dank an Mike Schifferle, der einfach sein Rennen unterbrach um sich über meine Situation zu informieren und seine Hilfe anbot. Das nenne ich Fairness und Sportsgeist!!!

 

 

4 Kommentare

  1. Hi Marcel,wird Dir zwar nicht viel helfen aber mir ging es beim IM Swiss fast gleiuch.Ich musste da auch nach dem zweiten Platten aufgeben.So gut es geht abhaken das Ganze und auf die nächste Aufgabe konzentrieren.
    Das tut mir echt leid für Dich.
    Beste Grüße
    Thomas

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