Schlimmer geht immer!


Mittlerweile sind gut 48 Stunden nachdem bisher ‚längste Tag des Jahres‘ vergangen. Nun ist es an der Zeit ein Fazit aus meinem 10. Langdistanzrennen zu ziehen. Das Schwimmen lief wie bereits erwähnt sehr gut. Die harten Trainingskilometer im Wasser haben sich endlich ausgezahlt. Trotz Neoverbot blieb ich das erste Mal unter der Stunden Marke. Somit lief bis dahin alles nach Plan.
Nach einem schnellen Wechsel konnte ich mit sehr guten Beinen die 2. Disziplin beginnen. Ich hielt mich ziemlich genau an die Wattvorgaben, die ich mir in den letzten Wochen im Training gesetzt hatte, und konnte diese Dank SRM-System das Rennen kontrolliert durchfahren. Bei Kilometer 50 fuhr ich auf die Damenverfolgergruppe (Nicole Leder, Meike Krebs, Yvonne van Vlerken usw..) auf. Es dauerte nicht lange, da war von ihnen nichts mehr zu sehen. Außer Yvonne konnte das Tempo von mir mitgehen. So fuhren ‚wir‘ im wechselnden Abstand von ca. 25 Metern auf die zweite Runde. In Bad Nauheim/Friedberg konnten wir Sandra Wallenhorst sehen. Beim Überholen schloss sie sich an und ab da an entwickelte sich nochmal eine eigene Dynamik. Das Tempo wurde nochmal von allen Parteien forciert.
An dieser Stelle möchte ich ein großes Lob an die Wettkampfrichter aussprechen. Seit dem ‚Eintritt‘ in das Spitzenfrauenfeld wurde sauber gefahren wie noch nie. 135 Kilometer 2-3 WK-Richter-Motorräder kannte ich bisher nur aus dem Fernsehen. (Zumal vor mir oft Kilometer lang keine Athleten zu sehen waren) Da ich schon ca. 50 Kilometer mit ‚Darmdruck‘ zu kämpfen hatte, erhöhte ich am Heartbreakhill nochmal das Tempo um einen kleinen Vorsprung in die Wechselzone zu bringen. (Meine Absicht war es beim Laufen mit Sandra oder Yvonne zu laufen + vorher in T2 aufs Dixie zu gehen)

Leider verbrachte ich dann doch länger auf dem ‚Ort der Stille‘. Als ich das Toitoi verlassen hatte, waren die Mädels natürlich schon weg und ich versuchte in meinen Rhythmus zu kommen. Dieser Versuch schlug jedoch fehl. Von Anfang an fehlte mir die Energie. Meine Pulswerte waren unterirdisch niedrig. Ich bin nicht mehr über meinen ‚Rekompuls‘ von 145 Schlägen pro Minute gekommen. An den Verpflegungsstellen versuchte ich vergeblich Energie aufzunehmen. Aber alles was ich aufnahm, sammelte sich im Magen und blieb dort. Ich spekulierte noch auf die Salztabletten, die ich meinen Supportern (meine Eltern + Lisa) vor dem Rennen gegeben habe. (- Ich hatte die Salztabletten fürs Radfahren beim Start in meinem Rucksack vergessen) Sie warteten an der Nestleverpflegungsstelle auf mich. Nur dort war Eigenverpflegung erlaubt. Jedoch schafften sie es logistisch nicht schon in der 1. Runde dort zu sein. Somit kämpfte ich mich ‚without Energie‘ durchs Rennen. Spätestens jetzt wusste ich, dass ich das Rennen nur noch ’solide‘ beenden kann. Zwanghaft versuchte ich immer wieder aufs neue mit Kuchen, Salzbrezel und Cola doch noch ein bisschen Kraftstoff in den Körper zu bringen. Naja.

So lief ich nach 9 Stunden und 27 Minuten (Gesamt TOP 50) auf dem Römerberg ins Ziel. Korregiert man die Zeiten bezüglich Neoverbot (3-5 Minuten) und der verlängerten Radstrecke (5 km = gute 8 Minuten) komme ich trotz schwacher Marathonleistung auf eine 9:14h. Somit ziehe ich folgendes Fazit auf Hawaii:

– Vorbereitung lief gut und Trainingsleistungen konnte ich soweit im Rennen umsetzen.
– Ich bin in der Lage einen Marathon ‚tot‘ in 3:20 h nach Hause zu laufen
– Schwimmperformance wird immer besser
– Radfahren war auch gut, fast 20 Watt mehr als bei meiner 4:47 h beim Ironman Florida!
– UND wieder habe ich aus diesem Rennen lernen können und bin hochmotiviert für die weitere Vorbereitung für Hawaii

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