Aua, aua, aua!


Es gibt sicherlich 1000 Titel-Möglichkeiten, um den heutigen zu beschreiben. Allerdings müssten sie alle eine Art des Schmerzes, Demut, Leid und/oder Qual beinhalten.
Das was ich heute erlebt habe, macht wohl das Training eines Profitriathleten aus.
Offensichtlich ist es nicht einfach eine Langdistanz zu finishen, oder auch gut zu finishen.
Aber um ganz vorne mitmischen zu können bedarf es mehr als lange Ga1-Ausfahrten, bisschen Ga2 und Regeneration.
Es grenzt sich schlicht und ergreifend ab vom einfachen Leistungssport, es ist Hochleistungssport.
Ausdauer müssen wir alle haben, aber diese Spezies hat mehr! Sie hat die Gabe sich jeden Tag weh zu tun!
Sich ‚rauszustellen‘! Sich dem Schmerz zu unterwerfen!

Dank meines Trainers Jürgen Sessner habe ich das Privileg in diese andere Welt einzutauchen.
Mit zu erleben, mit zu fühlen! An dieser Stelle auch ein herzliches Dank an meine Eltern,
die mich in Sachen Studium + Sport wirklich sehr unterstützen und das ganze durch entsprechende
Finanzspritzen ermöglichen.

Was ist genau passiert?

Das gemeinsame Radtraining wurde um 9:00 Uhr angesetzt. Geplant waren 180-200 km Ga1 mit Belastungsspitzen, bedingt durchs vorgegebene Profil. Für mich sollten es ’nur‘ 4h sein.
Mit leichter Verspätung ging es los: Timo, Horst, Jan, Martin, Michi, Markus und ich.
Von Anfang an wurde mit Druck gefahren. Nach ca. 20 Minuten ging es eine Passage entlang der Küste leicht bergab. Der Wind kam schräg von der Seite. Zu diesem Zeitpunkt waren Michi und Horst in Führungsarbeit. Spätestens ab diesem Moment wusste ich, dass es für so keine GA1-Ausfahrt wird.
Die beiden pressten mit ca. 300-350 Watt gegen den Wind. Windschatten gab es kaum, da der Wind wie schon erwähnt schräg von der Seite kam. Mein Puls stieg und stieg, bis ich versuchte mich ans Ende der Gruppe zu setzen um mich hinter zweien zu verstecken. Dort wurde es etwas erträglicher. Nach einer knappen Stunde wurde der Plan ein wenig verändert. Die Jungs wollten auf einmal einen kleinen Pass fahren, spätestens da kam für mich der Zeitpunkt
Auf wiedersehen zu sagen.
Mit besserem Gewissen fuhr ich die 2. Stunde deutlich ruhiger. Nach der Hälfte der Einheit baute ich wieder Druck auf und fuhr wellige und leicht bergige Passagen immer mit dickem Gang und in Aeropositon hoch. Leicht angenockt kam ich nach vollen vier Stunden im Club an. Beim Eintritt ins Apartement lag für mich auf dem Boden eine Nachricht bereit.
‚Schwimmen um 16:00 (IM WASSER!)‘
Jetzt hieß es sich innerhalb von zwei Stunden gut zu Verpflegung um für die nächste Einheit halbwegs wieder bei Kräften zu sein. Schon beim Abendessen wurde mir angekündigt, dass es heute etwas härter zugehen würde, aber dass es so ‚reinhauen‘ wird…(mir fehlen die Worte :))

Ga2-Programm:

200 Ein
800 Technik mit Vorbelastung (Steigerungen)
300m Ga2
100 lo
200m Ga2
100m Ga2
2 x 50 Ga2
400 Aus

Was ist eigentlich Ga2?
Bisher hatte ich immer die Vorstellung, dass Ga1 (Grundlagenausdauerbereich 1) für hauptsächlich ruhige lange Sachen steht.
Trainingsmethoden: Extensive/Intensive Intervallmethode, Fahrtspiel oder Dauermethode inbegriffen.
Ga2 (Grundlagenausdauerbereich 2) wurde von mir immer mit zügigeren Trainingsinhalten dicht oder leicht über der Aneroben Schwelle verbunden. Heute musste ich erfahren, dass beim SChwimmen die Welt wohl etwas anders aussieht!

Hier steht nämlich Ga2 für puren Schmerz oder für die sportlichavesierten unter Euch ausgedrückt, eine ‚Überdosis Laktat‘!

Die Vorstellung 300m, die für mich ohne Neo oder Pullbouy die 4 mmol sowieso schon weit überschreiten, fast Vollgas zu schwimmen, machten mich nachdem Einschwimmen schon fertig.
Dann kam schon die Stimme: ‚Roter Zeiger auf Ganz‘ – ‚Uuuuund ab‘

– An dieser Stelle möchte ich meinen heutigen Eintrag kurz halten, da der Gedanke an diese Minuten auf der einen Seite eine gewissen Befriedigung hervorrufen,
auf der anderen Seite weitere Tiefschläge aufs Nervenkostüm bereiten.-

Zusammengefasst: Es war sehr sehr hart! Bei dem 200er hatte ich schon nach 50 Metern beim 1. Mal abstoßen Krämpfe in der Oberschenkelmuskulatur. Sicherlich bedingt durch das Kraftausdauerprogramm auf dem Rad und den doch sehr warmen Witterungsverhältnissen, die einen ausgeglichenen Elektrolythaushalt,
fast unmöglich machen. Die Krämpfe setzten sich über die folgenden Intervalle fort und nahmen eher zu.
Nach den letzten 50 Metern konnte ich nichts mehr machen.
Jürgen versuchte nach größerem Zögern 1. Hilfe zu leisten, jedoch zu Beginn ohne großen Erfolg.
Nach mehreren Minuten Massage und Lockerungsübungen konnte/musste ich das Ausschwimmen einleiten.

Eine dreiviertel Stunde später fand ich mich mit Heidi im Fitnessstudio wieder um mit einem knackigem Stabiprogramm und anschließenden Dehnübungen den
Trainingstag zu beenden.

Hier ein paar Impressionen: Michi, Schwimmbecken

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